Telefoon +31 / 203085371
Hoe ethisch is de trend naar steeds nieuwe actieve ingrediënten en ‘superfoods’ in huidverzorging met het oog op teeltoppervlakten, transportafstanden en lokale voedselzekerheid?

Glow tegen elke prijs? Hoe ethisch is de hype rond nieuwe werkstoffen in huidverzorging eigenlijk?

De roep om steeds nieuwere werkstoffen, “exotische” plantenextracten und Superfoods für die Haut wirkt auf den ersten Blick verlockend: mehr Glow, feinere Textur, sichtbarere Ergebnisse. Hinter glanzvollen INCI-Listen steckt jedoch oft eine andere Wirklichkeit – mit Folgen für Ackerflächen, Transportketten und lokale Ernährungssicherheit.
In diesem Artikel geht es um die ethischen Fragen hinter dem Hype, darum, wo die tatsächlichen Probleme liegen – und worauf Sie als Konsumentin oder Konsument achten können, wenn nicht nur Ihre Haut, sondern auch die Umwelt eine Rolle spielt.


Wenn Wirkstoffe zur Handelsware werden: was hinter der Superfood-Hype steckt

Viele der als „Superfood“ vermarkteten Inhaltsstoffe stammen aus Regionen, in denen Landwirtschaft die Grundlage der Ernährung der Bevölkerung ist. Wenn bestimmte Pflanzen plötzlich global gefragt sind, hat das spürbare Konsequenzen:

  • Verdrängung von Nahrungsmitteln
    Wird auf fruchtbarem Boden zunehmend für die Kosmetikindustrie statt für die lokale Ernährung angebaut, kann sich die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln verschlechtern – besonders in Gegenden, in denen die Ernährungslage ohnehin fragil ist.

  • Monokulturen und ökologische Schäden
    Hohe Nachfrage führt häufig zu intensiven Anbaumethoden. Monokulturen, hoher Wasserverbrauch und der Einsatz von Pestiziden setzen Böden, Artenvielfalt und Ökosystemen zu.

  • Schieflagen bei den Preisen
    Wenn exportorientierte „Cash Crops“ lukrativer werden als lokale Nahrungsmittel, verschieben sich Preisstrukturen: Lebensmittel für die Bevölkerung verteuern sich relativ, während Exportpflanzen profitabler werden.

Gleichzeitig gilt: Nicht jeder pflanzliche Wirkstoff ist automatisch problematisch. Entscheidend ist, wie angebaut, geerntet, verarbeitet und gehandelt wird – und ob Umweltstandards und soziale Kriterien mehr sind als hübsche Schlagworte in der Werbung.


Von der Plantage ins Badezimmer: wie Transportwege die Klimabilanz prägen

Viele Trendwirkstoffe haben eine erstaunliche Reise hinter sich, bevor sie in einem Serum oder einer Creme landen. Diese Reise hinterlässt Spuren:

  • Lange Lieferketten
    Anbau in einem Land, Weiterverarbeitung in einem zweiten, Abfüllung in einem dritten, weltweiter Vertrieb zum Schluss – jede Etappe erhöht den CO₂-Fußabdruck durch Transport, Kühlung und Verpackung.

  • Aufwendige Verarbeitung
    Manche Wirkstoffe werden über mehrere Stufen extrahiert, gefiltert und hochkonzentriert. Das kostet Energie und zusätzliche Ressourcen; je nach Verfahren mehr oder weniger.

  • Unterschätzte regionale Alternativen
    Häufig gibt es funktional vergleichbare Inhaltsstoffe aus anderen Regionen oder sogar lokal, die mit kürzeren Lieferketten und damit mit einer besseren Klimabilanz auskommen würden.

Ehrlicherweise: Das einzelne Serum wird die Klimakrise nicht auslösen. In der Summe – mit globaler Massenproduktion, ständig neuen Trends und immer kürzeren Produktzyklen – entsteht jedoch ein relevanter Effekt.


Wenn gute Absichten nach hinten losgehen: Denkfehler bei „grünen“ Beauty-Käufen

Viele Menschen greifen aus Überzeugung zu „natürlichen“ oder „exotischen“ Inhaltsstoffen – und tappen dabei in altbekannte Fallen:

  • „Natürlich“ ist nicht automatisch nachhaltig
    Ein pflanzlicher Wirkstoff kann unter massiv umweltschädlichen Bedingungen entstehen. Umgekehrt können synthetische Stoffe lokal produziert werden und so Transportwege verkürzen und Ackerflächen entlasten.

  • „Je seltener, desto besser“ – ein Trugschluss
    Seltene Pflanzen oder schwer zugängliche Rohstoffe wirken exklusiv. Gerade sie sind aber oft besonders anfällig für Übernutzung und unkontrollierte Wildsammlung.

  • „Superfood für die Haut“ konkurriert manchmal mit dem Teller
    Was als Superfood im Ernährungsbereich vermarktet wird, taucht gerne parallel in Kosmetikrezepturen auf. In Regionen mit unsicherer Ernährungslage kann das problematisch werden, wenn wertvolle Anbauflächen vorrangig für Exportware genutzt werden.


Bewusst schöner pflegen: worauf Sie konkret achten können

Auch ohne Fachwissen lässt sich die eigene Pflegeroutine verantwortungsvoller gestalten:

  • Menge statt Modetrend im Blick behalten
    Weniger, dafür sinnvoll ausgewählte Produkte sind meist nachhaltiger als ein ständig wechselndes Arsenal an Trendartikeln.

  • Inhaltsstoffe mit Abstand betrachten
    Stoßen Sie auf exotische Superfoods in der INCI-Liste, lohnt die Frage: Braucht meine Haut das wirklich – oder erfüllt ein bewährter, weniger spektakulärer Stoff denselben Zweck?

  • Transparente Marken nutzen
    Einige Hersteller legen offen, woher ihre Rohstoffe stammen, wie sie angebaut werden und welche Zertifizierungen vorliegen. Solche Einblicke deuten zumindest auf ein gewisses Verantwortungsbewusstsein hin.

  • Regionale oder „unspektakuläre“ Rohstoffe bevorzugen
    Pflanzen, Öle oder Wirkstoffe, die breit anbaubar sind oder ressourcenschonend synthetisch hergestellt werden können, haben oft eine geringere ökologische Belastung als rare Spezialitäten.

  • Stabile Routine statt Hype-Jagd
    Eine konstante Pflegeroutine mit gut verträglichen, erprobten Inhaltsstoffen ist in der Regel sowohl für die Haut als auch für Umwelt und Ressourcen sinnvoller als das dauernde Hinterherlaufen hinter der nächsten „Must-have“-Innovation.


Kurz gefasst

Der Trend zu immer neuen Wirkstoffen und Superfoods in der Hautpflege hat eine ethische Seite, die über schöne Haut deutlich hinausgeht. Ackerflächen, Transportwege und lokale Ernährungssicherheit geraten unter Druck, wenn exotische Rohstoffe plötzlich in großen Mengen gefragt sind.
Wer genauer auf Inhaltsstoffe, Herkunft und die eigene Konsummenge schaut, kann dazu beitragen, dass die persönliche Pflegeroutine nicht nur der Haut, sondern auch Menschen und Umwelt zugutekommt.


Häufige Anschlussfragen

Sind synthetische Wirkstoffe automatisch nachhaltiger als pflanzliche?
Nein. Synthetische Herstellung kann Transportwege und Flächennutzung verringern, erfordert aber ihrerseits Energie und Rohstoffe. Wie nachhaltig ein Wirkstoff ist, entscheidet sich am gesamten Produktionsprozess – nicht allein an der Frage „natürlich“ oder „synthetisch“.

Spielt die Verpackung bei der ethischen Bewertung eine Rolle?
Ja. Verpackungen beeinflussen sowohl den Ressourcenverbrauch als auch das Abfallaufkommen. Recycelbare Materialien, Nachfüllsysteme oder größere Gebinde können helfen, die ökologische Fußabdruck zu verkleinern.

Gibt es Siegel, an denen ich mich orientieren kann?
Es existieren verschiedene Umwelt- und Sozialsiegel, die auf bestimmte Standards hinweisen, etwa zu fairen Arbeitsbedingungen oder umweltfreundlichem Anbau. Die Kriterien und ihre Strenge unterscheiden sich allerdings – ein Label ersetzt nicht den kritischen Blick.

Ist es immer besser, exotische Inhaltsstoffe zu meiden?
Nicht zwingend. In manchen Regionen sichern entsprechende Anbauprojekte Einkommen und können Entwicklung fördern – vorausgesetzt, Löhne und Umweltauflagen stimmen. Entscheidend ist, wie ein Rohstoff produziert und gehandelt wird, nicht nur, aus welchem Land er stammt.

Vergelijkbare vragen